Fassadenreinigung in München. Erst Genehmigung, dann Hochdruck.
Algen, Ruß und Grauschleier auf Putz, Klinker, Naturstein oder Glas: welches Verfahren zu welcher Fassade passt, warum in München das Abwasser genehmigt werden muss und woran Sie ein vollständiges Angebot erkennen.

Kurz beantwortet
Fassadenreinigung in München entfernt Algen, Ruß und Verschmutzungen von Putz-, Klinker-, Naturstein-, Metall- und Glasfassaden, meist per Niederdruck, Heißwasser oder Hochdruck vom Gerüst oder Hubsteiger aus. Wer das Abwasser in den Kanal leitet, braucht eine Einleitgenehmigung der Münchner Stadtentwässerung, zu beantragen spätestens einen Monat vor Beginn.
Stand: · Vermittlungsdienst der SWKM GmbH, München
Welches Verfahren zu welcher Fassade passt
Es gibt kein Universalverfahren. Entscheidend sind Material, Zustand und Art der Verschmutzung:
- Putz und Wärmedämmverbundsystem: Grünbelag durch Algen und Pilze ist hier die häufigste Ursache. Gereinigt wird schonend mit Niederdruck oder Heißwasser, weil hoher Druck Putz und Armierung beschädigen kann. Danach folgt oft eine Behandlung, die den Neubewuchs verzögert.
- Klinker und Ziegel: robuster, aber die Fugen sind empfindlich. Ausblühungen und Kalkschleier brauchen eigene Mittel.
- Naturstein: je nach Gestein sehr unterschiedlich empfindlich. Hier ist eine Probefläche Pflicht, bevor die ganze Fassade behandelt wird.
- Metall, Glas, Paneele: meist Reinwasser oder milde Reiniger, vom Hubsteiger oder per Seilzugangstechnik.
Ein seriöser Betrieb legt vor dem Angebot eine Probefläche an und dokumentiert das Ergebnis. So sehen Sie vorher, was das Verfahren leistet und ob die Oberfläche es verträgt.
Abwasser und Genehmigung in München
Das Abwasser aus Hochdruck- oder chemischer Reinigung ist stark belastet. Es darf nicht versickern und nicht in Oberflächengewässer gelangen. In die städtische Kanalisation darf es nach der Entwässerungssatzung (§ 15 Abs. 2 Nr. 16 EWS) grundsätzlich nicht, eine Ausnahme ist nur mit Genehmigung der Münchner Stadtentwässerung (MSE) möglich. Die Eckpunkte aus dem Merkblatt der MSE, Stand Juli 2026:
- Die Einleitgenehmigung ist spätestens einen Monat vor Beginn der Arbeiten bei der MSE zu beantragen.
- Es gibt eine Objektgenehmigung für ein einzelnes Gebäude und eine Jahresgenehmigung für fünf Jahre, bei der einzelne Einsätze per E-Mail angemeldet werden.
- Bei chemischen Mitteln muss das Abwasser über eine zugelassene mobile Vorbehandlungsanlage laufen. Die Genehmigung erhalten grundsätzlich nur Betreiber solcher Anlagen.
- Bei reiner Wasserreinigung mit Hochdruck oder Strahlmittel wird das Wasser aufgefangen und über ein dreistufiges Absetzbecken mit mindestens je 1.000 Litern geführt.
- Das Gerüst wird vollständig mit Folie oder Netz abgeschirmt, Maschenweite höchstens 0,3 mm, Gewicht mindestens 140 g/m2.
Ausnahme für kleine Flächen: Wird nur mit Wasser gereinigt, ohne Säuren, Laugen oder Lösemittel, ohne Entschichtung, außerhalb von Wasserschutzgebieten und auf weniger als 300 m2 Gesamtfläche, gelten laut Merkblatt nur die allgemeinen Sorgfaltspflichten.
Gerüst, Gehweg und Denkmalschutz
Steht das Gerüst, der Hubsteiger oder das Absetzbecken auf Gehweg oder Straße, ist das in der Regel eine Sondernutzung des öffentlichen Raums, für die eine Erlaubnis nötig ist. Zuständig ist in München die Bezirksinspektion des jeweiligen Stadtbezirks. Das sollte geklärt sein, bevor ein Termin feststeht.
München hat viele Baudenkmäler und Ensembles. Wer ein Baudenkmal verändern will, braucht eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis der Unteren Denkmalschutzbehörde, das gilt auch für Maßnahmen am Äußeren von Gebäuden in Ensembles oder in der Nähe von Baudenkmälern. Ob eine Reinigung mit Strahlverfahren darunter fällt, klärt man vorher mit der Behörde. Ob ein Gebäude betroffen ist, zeigt der Denkmal-Atlas des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege.
Wie Fassadenreinigung kalkuliert wird
Abgerechnet wird meist pro Quadratmeter Fassadenfläche, bei kleinen Objekten auch pauschal. Preistreiber sind Gerüst oder Hubsteiger, Höhe, Material, Verschmutzung, das Verfahren, die Abwasserbehandlung und gegebenenfalls Genehmigungen. Glas- und Fassadenreinigung ist tariflich eine eigene Lohngruppe: seit dem 1. Januar 2026 gilt dort ein Mindestlohn von 18,40 Euro pro Stunde, in der Unterhaltsreinigung 15,00 Euro.
Vergleichen Sie Angebote nur, wenn sie dieselben Positionen enthalten: Gerüst oder Hubsteiger, Probefläche, Reinigung, Nachbehandlung, Abwasser und Genehmigung. Fehlt die Abwasserposition, fehlt meist auch die Genehmigung.
Nach welchen Kriterien wir vermitteln
- Eintragung bei der Handwerkskammer (Gebäudereiniger ist ein zulassungsfreies Handwerk nach Anlage B der Handwerksordnung, die Eintragung ins Verzeichnis ist trotzdem Pflicht)
- Betriebshaftpflicht mit aktueller Versicherungsbestätigung
- Bezahlung mindestens nach dem verbindlichen Branchenmindestlohn der Gebäudereinigung
- Schriftliches Angebot mit Leistungsverzeichnis vor Auftragsbeginn
- Fester Ansprechpartner und geregelte Vertretung bei Ausfall
Für Fassaden zusätzlich: Erfahrung mit dem jeweiligen Material, Probefläche vor Auftrag und ein Abwasserkonzept, das zur Genehmigung der Münchner Stadtentwässerung passt.
Häufige Fragen
Braucht man in München eine Genehmigung für die Fassadenreinigung?
Für das Einleiten des Abwassers in den Kanal ja, eine Einleitgenehmigung der Münchner Stadtentwässerung, spätestens einen Monat vor Beginn. Steht Technik auf öffentlichem Grund, kommt die Erlaubnis der Bezirksinspektion dazu, bei Baudenkmälern die der Unteren Denkmalschutzbehörde.
Darf das Reinigungswasser in den Gully?
Nein. Belastetes Abwasser darf nicht versickern und nur mit Genehmigung und nach Vorbehandlung in die Kanalisation. Bei Wasserreinigung verlangt die Stadtentwässerung ein dreistufiges Absetzbecken mit mindestens je 1.000 Litern.
Schadet Hochdruck der Fassade?
Bei Putz und Wärmedämmung kann zu hoher Druck Oberfläche und Armierung beschädigen. Deshalb wird dort meist mit Niederdruck oder Heißwasser gearbeitet. Eine Probefläche zeigt vorher, was die Fassade verträgt.
Wie oft muss eine Fassade gereinigt werden?
Es gibt keinen festen Rhythmus. Ausschlaggebend sind Lage, Himmelsrichtung, Bewuchs in der Nähe und Material. Nordseiten mit Bäumen davor setzen schneller Algen an als sonnige Straßenfassaden.
Wer stellt den Antrag bei der Stadtentwässerung?
In der Regel der ausführende Betrieb, weil die Genehmigung an Verfahren und Vorbehandlungsanlage hängt. Lassen Sie sich die Genehmigung vor Arbeitsbeginn zeigen.